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RMX (Rautenhaus Multiplex Verfahren)
Das RMX-System ist ein Zweibussystem mit den Bussen RMX 0 und RMX 1. Der RMX 0-Bus ist ausschließlich zur Steuerung von Lokomotiven entwickelt. Mit dem RMX 1-Bus
werden alle Systemkomponenten wie Funktionsdecoder, Besetztmelder, Drehscheibensteuerung, Motorweichendecoder usw. angesteuert. Der RMX-Handregler RMX945
wird zum Steuern von Lokomotiven mit dem RMX 0-Bus, oder zum Steuern von Funktionsmodulen mit dem RMX 1-Bus verbunden. Um auf beide Bussysteme gleichzeitig
zugreifen zu können, wird der Handregler RMX945 über den Bussplitter mit beiden Bussystemen verbunden werden.
Die neue 7-polige Handregler Variante RMX-7-945 kann direkt mit dem RMX-7-Bus der neuen Zentrale RMX-7-950USB oder über den Busumwandler RMX-7-917 mit beiden Bussystemen
ohne Bussplitter verbunden werden
RMX Eigenschaften:
Lokdecoder folgender Formate sind ansprechbar:
1. DCC: 14 Fahrstufen, kurze (1-127) und lange Adressen (0001-10239), Funktionen F0 bis F16
2. DCC: 28 Fahrstufen, kurze (1-127) und lange Adressen (0001-10239), Funktionen F0 bis F16
3. DCC: 128 Fahrstufen, kurze (1-127) und lange Adressen (0001-10239), Funktionen F0 bis F15
4. Selectrix1: Adressen 1-103 (inkl. SUSI-Funktion über Zweitadresse) F0 bis F9
5. Adressdynamik: Adressen 0001-9999 Funktionen (inkl. SUSI-Funktion über Zweitadresse) F0 bis F9
6. Selectrix2: Adressen 0001-9999 Funktionen F0 bis F16
Im RMX-System können aus all diesen Lokdecoder-Formaten über 9999 RMX-Systemadressen verwaltet und zugeordnet werden. So hat jede Lokomotive unabhängig vom Datenformat des Decoders ihre individuelle, einmalige RMX-Systemadresse. Diese Systemadresse sollte standardmäßig der Lokdecoderadresse entsprechen.
Im System selbst werden diese RMX-Systemadressen in einer Lokdatenbank in der Multifunktions-Zentrale RMX950 oder RMX-7-950USB angelegt. Dabei werden eine eigene RMX-Systemadresse, die echte Lokdecoderadresse (nach Möglichkeit die gleiche Adresse), das jeweilige Datenformat und - sofern gewünscht – ein bis zu 12-stelliger, beliebiger Name in Klartext abgespeichert, z.B. BR150 003-4 oder Herkules, ICE oder ähnliches.
Aus den in der Lokdatenbank angelegten Fahrzeugen können nun gleichzeitig 103 Lokomotiven über die internen RMX-Systemkanäle des RMX 0-Busses gesteuert werden.
Diese Ansteuerung wird durch ein Multiplexverfahren auf dem RMX 0-Bus vorgenommen. Dadurch bleibt die bisher im rautenhaus digital-System übliche Reaktionszeit von 1/13 Sekunde erhalten, obwohl gleichzeitig mehr Informationen als bisher verwaltet werden können.
Die RMX-Systemkanäle werden selbständig vom System verwaltet und zugeordnet. RMX-Systemkanäle, die über einen gewissen Zeitraum hinaus nicht mehr angesprochen werden, stehen automatisch für neu anzusteuernde Lokomotiven zur Verfügung. Dies alles geschieht automatisch im Hintergrund. Der Bediener konzentriert sich nur auf die Auswahl und Steuerung der gewünschten Lokomotiven.
Die Auswahl und Steuerung aller Lokomotiven erfolgt im gleichen Format (RMX-Format) über an den RMX 0-Bus angeschlossene Steuergeräte oder per Interface über den PC. Bei der neuen Zentraleinheit RMX-7-950USB auch direkt über die integrierte Interfacefunktion per USB-Port.
Die Ansprache der Lokomotiven auf dem Gleis wird von einem zweiten Prozessor in der Multifunktions-Zentraleinheit RMX950 oder RMX-7-950USB und nur nach Bedarf vorgenommen, wobei Änderungen sofort übertragen werden, und die Informationen für aktive Lokomotiven ständig schnellstmöglich in einem Refresh wiederholt werden.
Im RMX-Format können auf dem RMX 0-Bus nur Geräte eingesetzt werden, die RMX-zertifiziert sind und diesen Standard beherrschen.
Kompatibilität zur älteren Selectrix-Steuergeräten (Handreglern usw.):
Zur Anbindung von älteren Selectrix-Steuergeräten, gibt es die Translaterfunktion in der Zentraleinheit (DIP-Schalter 6) oder wird eine Softwareanbindung über die RMXPC-Zentrale angeboten. Bei der Softwaretranslaterfunktion können Handregler, die das normale SX-Protokoll unterstützen, an den RMX 1-Bus angeschlossen und dann in der RMX-PC-Zentrale einer RMX-Systemadresse zugeordnet werden. Beim Hardwaretranslater der Zentrale werden Daten für die jeweilige Lokadresse 1-103 direkt vom SX
in das RMX-Format gewandelt und auf den RMX 0-Bus weitergeleitet. Hierbei können allerdings nur die Adressen 1-103 genutzt werden. Auf dem RMX 1-Bus genutzte Schalt- oder Meldeadressen dürfen nicht auch für Lokomotiven genutzt werden.
Zudem gibt es die Möglichkeit, ältere Regler auch über ein herkömmliches Selectrix-System mit SX-Interface mit der Software RMX-PC-Zentrale zu verbinden und im Translater der RMX-PC-Zentrale zu konfigurieren. Somit ist selbst mit älteren Reglern eine Ansteuerung aller Datenformate möglich.
Einsatz von Softwareprogrammen die das RMX-Format noch nicht unterstützen:
Zur Anbindung von Steuerungsprogrammen, die das RMX-Format noch nicht unterstützen, aber ein herkömmliches Selectrix Format beherrschen, kann ebenfalls über die
RMX-PC-Zentrale eine Ansteuerung des RMX-Formates hergestellt werden. Dazu wird in der RMX-PC-Zentrale ein virtuelles SX-Interfaces zur Verfügung gestellt.
RMX-PC-Zentrale
Da das RMX-Format auch für die Steuerung komplexer Anlagen mit PC-Steuerung ausgelegt wurde, wurde mit der RMX-PC-Zentrale eine komfortable PC-Oberfläche geschaffen, die eine optimale Einrichtung und Bedienung der Funktionen des RMX-Systems erlaubt. Bei der RMX-PC-Zentrale handelt es sich um ein Softwarepaket, das in dieser Form Seinesgleichen sucht.
Der Funktionsumfang der RMX-PC-Zentrale umfasst:
- Eingabe/ Bearbeitung Lokdatenbank.
- Programmierung aller Lokdecoderformate SX1/ SX2 (Parameterprogrammierung) / DCC (CV Programmierung) auf dem Programmiergleis.
- Monitorfunktionen für Datenbusse.
- Programmieroberfläche für Funktionsdecoder, Besetztmelder und andere Systemkomponenten.
- Bereitstellung von bis zu 12 Fahrreglern zur direkten Steuerung von Lokomotiven.
- Bereitstellung von Schaltpulten zum direkten Ansteuern von Weichen und anderen Funktionen.
- Softwareanbindung von weiteren SX-Bussen über zusätzliche Interfaces ( Rautenhaus, Magnus, Trix, Digirail).
- Translater (Übersetzer) für SX-Steuerbefehle von RMX 1-Bus auf RMX 0-Bus oder anderen extern angeschlossenen SX-Bussen. Hier können normale SX-Adressen mit
RMX Systemadressen konfiguriert werden. Dadurch sind auch DCC, Selectrix 2 oder Adressdynamik Lokdecoder auch über ältere SX-Regler steuerbar.
- Programmierung für DCC und Selectrix 2 auf dem Hauptgleis (POM).
- Optimiert für Bedienung über Touchscreen.
- Virtuelles Interface für SX zum Betrieb von herkömmlicher SX-Software ohne zusätzliches Hardware-Interface.
- Virtuelles Interface für RMX zum Parallelbetrieb RMX-kompatibler Software ohne zusätzliches Hardware-Interface.
- Loksteuerung per Joystick.
- Erweiterte Lokdatenbankfunktionen zum Abgleichen der Lokdatenbanken von Software und Zentraleinheit und zusätzliche Abspeicher- und Rückschreibefunktionen
für Datenbanken.
Zusatzinformationen zur allgemeinen Kompatibilität:
Geräte im RMX 1-Bus:
Im RMX 1-Bus können alle Selectrix-Steuergeräte verwendet werden, die kein taktsynchrones Gleissignal benötigen. Dazu gehören alle bisherigen rautenhaus digital-
Komponenten und Systemkomponenten, die dem SX-Standard von rautenhaus digital entsprechen. Es kann allerdings keine Garantie für die Funktionalität mit Geräten anderer Anbieter garantiert werden.
Geräte im RMX 0-Bus:
Im RMX 0-Bus können nur Geräte angeschlossen und betrieben werden, die RMX-zertifiziert sind. Zurzeit ist dies der Multifunktionshandregler RMX945 und der Funkhandregler RMX945F.
Updates für rautenhaus digital-Systemkomponenten:
Für Nutzer älterer rautenhaus digital-Komponenten, die das RMX-Format nutzen wollen, steht für die Altgeräte ein umfangreiches Updateprogramm zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Zentraleinheiten SLX850 und SLX850AD, Handregler SLX845, Funkhandregler SLX845F, Computer-Interface SLX852 und Bussplitter SLX853 können hierüber aktualisiert werden. Für das Computer-Interface SLX825 kann leider kein Update angeboten werden. Alle anderen rautenhaus digital-Systemkomponenten
benötigen kein Update und können daher problemlos im RMX 1-Bus betrieben werden.
Neue RMX-Lokdecoder:
Es stehen mit den Lokdecodern RMX992, RMX993 und RMX996 (1500mA) und RMX990 und RMX990F neue Lokdecoder zur Verfügung. Weitere kleine als auch leistungsstärkere Lokdecoder und Funktionsdecoder sind in Vorbereitung. Diese Lokdecoder unterstützen wie das RMX-Format alle Datenformate wie DCC, SX1, SX2 und Adressdynamik.
Je nach Decodertyp stehen mehrere Funktionsausgänge und auch eine SUSI-Schnittstelle zur Verfügung. Somit können diese Decoder auch mit allen anderen Digitalsystemen verwendet werden. Die Einstellung auf ein Digitalsystem erfolgt durch Programmierung. Der Typ RMX992/993/996 stellt die Funktionen F0 bis F4 sowie zur Verfügung und besitzt eine lötbare SUSI-Schnittstelle. Die Funktionsausgänge sind in vielen Variationen einstellbar (Funktionsmapping). Die Lokdecoder RMX990 und RMX990F stellen die Funktionen F0 (Licht) und F1 (Horn) zur Verfügung. Diese Ausgänge sind nun auch beispielsweise dimmbar.
RMX und Software:
Das RMX-Format wird allen Softwareanbietern zur Verfügung gestellt und kann somit frei genutzt werden. Seit der Einführung des RMX-Formates ist der TrainController von Freiwald-Software mit seinen Versionen ab 7.0 Gold, Silber und Bronze, Win-Digipet (Dr. Peterlin), Railware (Herr Hinz) und I-Train bereits für das RMX-Format ausgelegt.
Ältere Softwareprogramme wie MES Modellbahnsteuerung, Soft-Lok oder DKE sind über das virtuelle SX-Interface ebenfalls problemlos einsetzbar.